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26.9.2017 --- 5:37

Verschnupftes Training!

erschienen im Stadtmagazin BLICK. des Landkreises SFA - Ausgabe 05/2008 

 

oder, wie schlage ich dem Heuschnupfen ein Schnippchen.

Endlich ist er da, der Frühling. Selten haben so viele Menschen getroffen, die sich den Frühling so sehr herbeigesehnt haben, wie in diesem Jahr. Der Winter war kein richtiger Winter, dafür aber lang. Das Grau zog sich endlos hin und die Sonne schien sich über Monate verabschiedet zu haben. Traditionsgemäß ist der Zeitraum von November bis April nicht gerade die Zeit in der sich unsere Abwehrkräfte aufbauen, sondern in dem es auf Hochtouren laufen muss. Keine Sonneneinstrahlung, wenig Sauerstoff, reichlich potente Viren, Winteressen, viel Fernseh gucken, viel zu wenig Bewegung sind nicht gerade die Maßnahmen, mit denen wir unser Immunsystem stärken können. Viele haben sich ich Spätwinter dann auch noch mit einer fiesen Grippe rumquälen dürfen, so dass sie dann am Anfang des Frühlings energietechnisch gesehen mit leerem Tank da standen.

Und plötzlich kommt die Sonne, die Seele räkelt sich, die Augen blinzeln und die Pflanzen blühen. Jeder will raus und sich endlich wieder bewegen. Die Läufer, Walker und Radfahrer sind bereits unterwegs und alle wollen in die Natur. Und dann das, die Pollen fliegen wieder. Für diejenigen, die endlich wieder Sport draußen treiben wollen und unter Heuschnupfen leiden, erscheint es oft wie eine Strafe, dass es sie wieder erwischt hat, genau in dem Moment, in dem der Rest der Welt wieder auflebt. Wir sind weit davon entfernt, Pollenallergien, also den gemeinen Heuschnupfen bis ins Detail erforscht zu haben. Ich möchte mich an dieser Stelle auch gar nicht in medizinische Debatten über die richtige Behandlung mischen. Eins ist aber klar, der Heuschnupfen erwischt die Menschen genau in dem Moment, in sie ohnehin geschwächt sind, am Ende des Winters. Wir liegen danieder und die Natur tritt quasi nach. Optimal wäre es natürlich gewesen, die Betroffenen, hätten den Winter dazu benutzt, ihr Immunsystem zu stärken, sich also gesund zu ernähren, raus zugehen und sich zu bewegen, aufzutanken und Stress abzubauen. Na gut, dass wurde versäumt, sonst würden Sie diesen Artikel nicht lesen.

Was hat überhaupt Stress mit Allergien zu tun? Ganz einfach. Alle Verheuschnupften berichten darüber, dass sich die Allergiesymptomatik bei Druck, Anspannung, Zeitnot, Angst verstärkt. Überraschen wird das sicher niemanden. Allerdings macht sich im Umkehrschluss leider auch selten jemand Gedanken darüber, dass man eine Allergie (und das Immunsystem) auch positiv beeinflussen kann, durch Entspannung, Stressbewältigung, Gelassenheit und ausreichend Schlaf. Nicht so in Hildesheim. An der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim wurde ein (HAWK) wurde ein Gesundheitstraining entwickelt (www.hildesheimer-gesundheitstraining.de) in dem sehr gute und nachhaltige Behandlungserfolge durch den Einsatz von mentalem Training, Streßbewältigung und Entspannungsverfahren erzielt werden. In diesem Training wird davon ausgegangen, dass Allergien oft von unserem Körper in Zusammenhang mit Stress gelernt werden und umgekehrt auch wieder verlernt werden können (aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dies möglich ist).

Um es mal für den Sportler zu übersetzen, könnte ich stark vereinfacht sagen:“bevor Du raus gehst um wieder einmal neuen Leistungsdruck aufzubauen, leg doch doch erstmal für zehn Minuten in die Hängematte, lass die Seele baumeln, gönne Dir ein bisschen Zeit, die Atmung sacken zu lassen und mach dann einen lockeren Lauf, ohne Dich unter Druck zu setzen.“ Okay, dass ist leicht gesagt aber schwer getan für jemanden, der gerade an laufender Nase, brennenden Augen, Atemenge und gerötetem Gesicht leidet. Es ersetzt auch sicherlich anfangs Antallergika und Antihistaminika nicht. Aber wie so vieles, ist auch das ein Lernprozess. Was ich gerade so leicht umschrieben habe, kann in Entspannungsübungen, Yoga, Atemübungen erlernt werden. Ohne Unterstützung von einem Trainer ist das sicher nicht unmöglich, aber sehr schwer. Locker lassen kann man lernen. Wir Deutschen sind nicht die Weltmeister darin, aber wir sind ganz gut dabei, es zu lernen, wie man bei der WM 2006 eindrucksvoll sehen konnte. Mehr Information über das Thema erhalten Sie auf der Hildesheimer Homepage (siehe oben). Eine Auswahl der Verfahren um Entspannung und vertiefte Atmung zu erlernen, können Sie ab dem 15.05.08 auch auf der Homepage des Fitness Studio TV Jahn unter Training. Auch die Krankenkassen haben in der Regel Informationsmaterial parat.